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Arbeitszeugnisse sind crap

Nobody cares about Arbeitszeugnisse. Wirklich nicht.

Arbeitszeugnis ist mein persönliches Work-Life-Bullshit-Reizwort. Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, wer sich 2023 noch um Arbeitszeugnisse schert? Trotzdem höre ich diese Frage immer wieder: „Ja, aber was ist dann mit meinem Arbeitszeugnis?“ JA WAS IST DANN MIT DEINEM ARBEITSZEUGNIS?

Nichts ist mit deinem Arbeitszeugnis, denn nobody cares.

Arbeitszeugnisse kannst du anfordern und dann direkt wieder in den Müll schmeißen, Arbeitszeugnisse kannst du für das Aufheben der Hundescheiße verwenden oder als Ablage für Kaugummi, aber ansonsten sollte dir das Thema eigentlich absolut furzegal sein.

Bixe Jankovska

Denn bei einem Arbeitgeber, der trotz vier mühsamer Gesprächsrunden via Zoom nach deinem ARBEITSZEUGNIS von vor drei Jahren verlangt willst du doch eh nicht arbeiten oder?

Was zählt ein Stück Papier, das jemand anderer über dich verfasst hat, der dich vielleicht gar nicht a) kannte oder b) leiden konnte? Jeder weiß doch, dass man ein gutes Zeugnis notfalls sogar einklagen (!) kann und dass dem Inhalt demnach kaum Beachtung geschenkt werden sollte.

Deshalb solltest du imho auch bei einer Kündigung: einfach nicht dran denken, was hinterher in deinem Arbeitszeugnis steht. Btw ist Kündigen auch nicht illegal, soweit ich weiß. 😉

Im Endeffekt sind Arbeitszeugnisse nichts weiter als eine dicke, fette Lüge, die man sich im Kapitalismus gegenseitig auftischt.

Bixe Jankovska

Lieber Arbeitgeber, hier schau doch mal wie toll ich bin und ich glaube dir im Gegenzug, dass du mich stets gut behandeln und niemals ausbeuten wirst.

Wie lautet die 1. Regel? Nobody cares. Arbeitszeugnisse sind crap.

Und der, who cared, hat das Arbeitslife der Gegenwart nicht verstanden.

Worüber du dir wirklich Sorgen machen solltest, ist, was dein Arbeitgeber für Kununu-Bewertungen hat, ob er gerade in komplexe Gerichtsprozesse oder öffentliche Skandale wegen schlechter Arbeitsbedingungen verwickelt ist.

Du solltest abchecken, wie flexibel deine Arbeitszeiten sind und dir alles schriftlich geben lassen, was mündlich gut klingt.

Also, viel Erfolg beim Kündigen.

Und sch*eiß auf dein Arbeitszeugnis!

Von Bianca Jankovska

Bianca Jankovska ist Kommunikationswissenschaftlerin und Wirtschaftsjuristin by Abschluss, Autorin und Philosophin by heart. Sie ist Gründerin des Magazins Groschenphilosophin - das erste Mag zur politischen und psychosozialen Dimension von Social Media, Spätkapitalismus und Popkultur.